China-Austausch


ECKDATEN
  • Partnerschule: Chengdu High School
  • Jahrgangsstufe: 9-11
  • Zeitpunkt: jährlich (2 Wochen), eine Woche vor und in den Osterferien; Rückbesuch im Juni des darauffolgenden Jahres
  • Aufenthaltsdauer: 2 Wochen
  • Ansprechpartner: Jonas Gosebrink
  • Informationsveranstaltungen finden ein halbes Jahr vor Reiseantritt statt

BETEILIGTE WUPPERTALER SCHULEN
  • Städtisches Gymnasium Bayreuther Straße
  • Städtisches Gymnasium Sedanstraße
  • Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium
  • Gymnasium Am Kothen
  • Private Herder Schule
China-Workshop

China und das Social Credit System

Mit diesem spannenden Thema beschäftigten sich die SchülerInnen des Chinaworkshops 21 im Rahmen eines Vortrags von Frau Christine Emde*, Schülermutter am Gymnasium Bayreuther Straße und Geschäftsfrau in einem mittelständischem Unternehmen mit Kontakten zu China.

In diesem Vortrag ging es um das in China eingeführte Social Credit System - ein Projekt, dass der größte Versuch digitaler Sozialkontrolle aller Zeiten zu sein scheint. Mittels eines Punktesystems soll wünschenswertes Verhalten belohnt und Fehlverhalten bestraft werden. Für die dafür nötige Datenerfassung werden traditionelle Quellen benutzt, z.B. Kreditbewertungen, Meldedaten, Schulzeugnisse sowie digitale Quellen, wie das Internet.

Außerdem wird der öffentliche Raum mit Kameras überwacht. Einfach bei rot über die Ampel gehen bleibt durch Kameras mit Gesichtserkennung nicht unentdeckt, sondern wird stattdessen direkt aufgedeckt: Das Vergehen wird sofort angeprangert, das Bild und der Name des Verkehrssünders erscheinen öffentlich auf einem Bildschirm. Es ist eine Vorgehensweise, die für die jungen ZuhörerInnen äußerst befremdlich schien. Hingegen werden beispielsweise das Loben der Regierung in sozialen Medien und wohltätiges Engagement durchaus hoch bepunktet und kann beispielsweise die Zulassung zur Uni oder den Zugang zu Krediten erleichtern.

Was ist das Ziel? Das Verhalten der Bürger*innen, Organisationen, Behörden und Unternehmen wirtschaftlich, politisch, moralisch und sozial zu erfassen und zu steuern.

Die SchülerInnen diskutierten angeregt: Das System verspricht erhöhte Sicherheit und Harmonie, aber zu welchem Preis? Gibt es bereits ähnliche Kontrollsysteme hier? Was passiert mit unseren Daten, die wir jetzt schon freiwillig auf Plattformen wie Facebook, Instagram und TikTok abgeben? Wie gläsern sind wir Menschen hier im Westen? Bei dem ein oder anderen ‚Klick’ im Internet, lohnt es sich doch kurz bewusst abzuwägen, was wir von uns wirklich preisgeben möchten.