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GYMNASIUM AM KOTHENmit einem bilingualen deutsch-englischen Zweig ab Klasse 5
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Gymnasium Am Kothen, Schluchtstraße 34, 42285 Wuppertal, 0202 / 563-6533 Donnerstag, 18.07.2019

Geschichte


„History by apprising them (the youths) of the past will enable them to judge of the future; it will avail them of the experience of other times and other nations; it will qualify them as judges of the actions and designs of men; it will enable them to know ambition under every disguise it may assume; and knowing it, to defeat its views.“ Thomas Jefferson Notes on the State of Virginia 1781



Der Geschichtsunterricht an unserer Schule soll bei den Schülerinnen und Schülern kontinuierlich aufeinander aufbauend das Interesse an geschichtlichen Zusammenhängen wecken und stärken. Durch historisches Wissen und die Fähigkeit, historische Überlieferungen sachgerecht und kritisch zu interpretieren, soll die Grundlage nicht nur für das Verständnis vergangener Zeiten, sondern vor allem unserer eigenen historisch gewordenen Welt über den nationalen Rahmen hinaus gelegt werden. Der Blick auf Europa, auf die Beziehungen der europäischen Länder sowie auf die gemeinsame europäische Identität hat hierbei freilich einen besonders hohen Stellenwert, vor allem die Genese der deutsch-britischen Beziehungen, die im bilingualen Geschichtsunterricht vermehrt betrachtet wird. Doch auch die Beschäftigung mit anderen, vermeintlich „fremden“ Kulturkreisen, Religionen und Zivilisationsformen soll den Schülerinnen und Schülern ihre eigene historische Gebundenheit erkennbar machen. Das Erfahren und Verstehen des „Fremden“ soll damit die Orientierungsmöglichkeiten des Einzelnen vor dem Hintergrund sich vertiefender globaler Verflechtungen vergrößern und die Grundlage für ein tolerantes Miteinander bilden.
Es ist uns wichtig, die Schülerinnen und Schüler Stück für Stück an geschichtliche Problemstellungen heranzuführen und sie zu befähigen, diese aufgrund ihres historischen Wissens und nicht aufgrund von Mythen, Legenden und Vorurteilen zu beurteilen. Sie sollen die Möglichkeiten und Gefahren gesellschaftlichen und politischen Handelns in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erfassen können und Folgerungen für ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten ziehen können.
Die Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins oder der Erwerb historischer Kompetenz setzt eine Reihe von Teilkompetenzen voraus, die im Geschichtsunterricht schrittweise und spiralförmig aufgebaut werden sollen:
  • Sachkompetenz durch ein immer tieferes Wissen über Zeitvorstellungen, historische Epochen, Prozesse und Strukturen,
  • Methodenkompetenz durch das systematische Einüben von Verfahrensweisen, Fragen aus der Gegenwart an die Vergangenheit zu stellen und diese fachgerecht zu beantworten,
  • Urteilskompetenz durch die Einübung der sachlich angemessenen Deutung und Bewertung historischer Ereignisse und Zusammenhänge,
  • Handlungskompetenz durch die lebensweltliche Anwendung erworbener Wissensbestände, methodischer Fertigkeiten und der Urteilskompetenzen, wodurch die aktive Teilnahme am politischen und gesellschaftlichen Leben gefördert wird.

In den Klassenstufen 6 und 7 soll neben der Einführung in methodische Grundlagen in der Behandlung der Geschichte von der Frühgeschichte bis in die frühe Neuzeit das Wecken des Interesses im Vordergrund stehen. In den Klassenstufen 8 und 9 soll an den historischen Grundproblemen des 18, 19. und 20. Jhs. zunehmend die Bedeutung der Geschichte für die Gegenwart deutlich werden. Zugleich soll gezielt auf die Arbeit im Geschichtsunterricht der Oberstufe vorbereitet werden. Als Pilotschule verwenden wir seit dem Schuljahr 2014/2015 in einigen Klassen ein digitales Schulbuch und erproben in Kooperation mit der Medienberatung NRW und der Universität Eichstätt/Ingolstadt die Chancen und Probleme des Lernens mit "neuen Medien".
Der Geschichtsunterricht erfolgt in den bilingualen Klassen 8 und 9 auf Englisch, teilweise werden bereits in der bilingualen Klasse 7 einzelne Unterrichtsvorhaben auf Englisch erarbeitet. Die Inhalte sind am Lehrplan für den deutschen Geschichtsunterricht orientiert. Es erfolgt lediglich eine thematische Ergänzung (8.1: Die Amerikanische Revolution) und die Umstellung einer Sequenz (8.5: Europa als Traditionsraum).
Die Schülerinnen und Schüler sollen im bilingualen Geschichtsunterricht Fähigkeiten entwickeln, so weit wie möglich in der Fremdsprache über historische Sachverhalte und Probleme zu kommunizieren. Sprachliche Voraussetzungen hierfür werden bereits in den Jahrgangsstufen 5 und 6 im erweiterten Englischunterricht sowie im bilingualen Erdkundeunterricht geschaffen.

Im Geschichtsunterricht der Oberstufe wird der Ablauf der Geschichte nochmals, nun stärker abstrahierend und die Zusammenhänge herstellend, behandelt. Noch stärker als im Unterricht der Sekundarstufe I stehen hier die Prinzipien der Problemorientierung, das selbstständige Arbeiten auf der Basis erworbener Handlungs- und Methodenkompetenzen sowie die eigenständige historische Urteilsbildung im Vordergrund.
Im Geschichtsunterricht der Einführungsphase sind gemäß den Vorgaben des Kernlehrplans folgende Unterrichtsvorhaben vorgesehen:
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung in weltgeschichtlicher Perspektive - historische Alteritätserfahrungen als Weg zum Verständnis der eigenen Gegenwart
  • Begegnungen von islamischer und christlicher Welt – Konfliktpotentiale und Entwicklungschancen
  • Menschenrechte in historischer Perspektive - Freiheit und Gleichheit für alle?

Die inhaltlichen Schwerpunkte unserer Unterrichtsarbeit sind in der Qualifikationsphase an die inhaltlichen Vorgaben für das Zentralabitur gebunden; folgende durch den Kernlehrplan vorgegebene Inhaltsfelder werden in einem weitgehend chronologischen Durchgang durch die Geschichte des "langen 19. Jahrhunderts" und des "kurzen 20. Jahrhunderts" behandelt:
  • Die moderne Industriegesellschaft zwischen Fortschritt und Krise
  • Die Zeit des Nationalsozialismus - Voraussetzungen, Herrschaftsstrukturen, Nachwirkungen und Deutungen
  • Nationalismus, Nationalstaat und deutsche Identität im 19. und 20. Jahrhundert
  • Friedensschlüsse und Ordnungen des Friedens in der Moderne

In der Regel besteht die Möglichkeit, auch in der Oberstufe einen bilingualen Geschichtskurs, der bis zum Abitur führt, zu belegen. Eine Vergleichbarkeit mit dem deutschen Geschichtsunterricht ist außer in den Lernbereichen auch in der Problemorientierung, an den Grundbegriffen und den Methodiken gegeben. Es bietet sich im bilingualen Bildungsgang allerdings an, innerhalb des in den Richtlinien vorgesehenen Freiraums zusätzlich Themen aus der Geschichte der englischsprachigen Welt zu wählen.

Eine Zusammenarbeit mit anderen Fächern erscheint uns in folgenden inhaltlichen Zusammenhängen sinnvoll:
  • Latein bei der Behandlung der Antike
  • Englisch, z. B. bei der Behandlung der industriellen Revolution oder bei der Behandlung der Geschichte der USA
  • Französisch, z. B. bei der Behandlung der Französischen Revolution, des Konflikts um Elsass-Lothringen und bei der Behandlung des Ersten und Zweiten Weltkriegs
  • Religion, z. B. bei der Behandlung der Reformation
  • Naturwissenschaften, z. B. bei der Behandlung der Industriellen Revolution
  • Kunst, z. B. bei der Einübung der Interpretation von Bildquellen oder im Kontext des Absolutismus (Barock) oder der Weimarer Republik (Bauhaus)
  • Sport, z.B. bei der Behandlung der Antike (Olympia oder römische Ballspiele)

Um durch Eröffnung einer lokalgeschichtlichen Zugangsweise „Geschichte vor Ort“ noch greifbarer und anschaulicher zu machen, sollten nach Möglichkeit in jedem Schuljahr eine Exkursion oder ein Unterrichtsgang durchgeführt werden:
Klasse 6: z. B. ins Neandertal oder nach Köln.
Klasse 7: z. B. nach Schloss Burg, Schloss Benrath oder Schloss Brühl
Klasse 8: in Museen der Umgebung zur Entwicklung der Industriellen Revolution und
Stadtrundgänge in Elberfeld oder Barmen
Klasse 9: ins „Haus der Geschichte“ in Bonn
Jgst.10: gemeinsame Exkursion mit den Lateinkursen, z. B. nach Köln oder Trier

Wenn organisatorisch möglich, sollen mit den Leistungskursen der Oberstufen intensiv vorbereitete Fahrten zu historisch bedeutenden Städten in Europa durchgeführt werden.
Zugleich unterstützen wir die Ausbildung eines historisch-politischen Denkens durch punktuelle Zeitungslektüre in allen Kursen der Oberstufe.
Weiterhin werden wir Projekte zur Herrschaft des Nationalsozialismus, zur Wuppertaler Stadtgeschichte und zur Entwicklung unserer Schule durchführen (z. B. anlässlich des Jubiläums im September 2015). Darüber hinaus gibt es eine Geschichts-AG, in der die Interessengebiete der Schülerinnen und Schüler jenseits der curricularen Vorgaben berücksichtigt werden können.
In der Fachgruppe finden regelmäßig Besprechungen zum Erfahrungsaustausch, zur Überprüfung und zur Verbesserung der Fachgruppenarbeit statt. Ziele für die weitere Arbeit der Fachgruppe Geschichte sind:
  • Konsequente Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler für die Oberstufe und Steigerung der Attraktivität des Faches
  • Weitere Optimierung der Umsetzung des Kernlehrplans in der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II
  • Einsatz und kritische Evaluation des digitalen "mBook" in Kooperation mit der Medienberatung NRW und der Universität Eichstätt/Ingolstadt
  • Verbesserung der konkreten Zusammenarbeit des Fachkollegiums, z. B. bei der Planung von Unterrichtsreihen und Klausuren, der Vorbereitung von Projekten und der Kooperation mit außerschulischen Partnern
  • Ausbau der konkreten Zusammenarbeit mit anderen Fächern